Kirchweih (in Franken: Kerwa, Kärwa, Kirwa o. Ä.)

 

Wo zwei oder drei im Namen Jesu versammelt sind,

ist er selbst in ihrer Mitte                  (Matthäus 18, 20)


 

Wird eine neue Kirche in Gebrauch genommen, wird sie von der Gemeinde eingeweiht und lobt dadurch Gott für diesen Ort. Dort feiern sie den ersten Gottesdienst mit Abendmahl und beten, dass Gott nicht aufhört, sie dort zu segnen.

 

Gemeinden mit älteren Kirchen feiern den Gedenktag der Kirchenweihe jedes Jahr mit einem Fest. Und weil die Kirche meistens mitten im Dorf steht, feiern alle mit. Heutzutage ist daraus ein richtiges Volksfest geworden.

 

Zu unterscheiden ist das Patronatsfest der jeweiligen Kirche am Gedenktag des Kirchenpatrons, welches gelegentlich in zeitlicher Nähe gefeiert wird. Zum Beispiel die bekannte "Färdder Kärwa" (Michaelis-Kirchweih in Fürth) beginnt immer am Wochenende nach dem 29. September (= Gedenktag des Heiligen Michael).

 

Im Jahr 1866 wurde in Bayern durch staatlich-hoheitliche Verordnung ein zentraler Termin für eine allgemeine Kirchweih am dritten Sonntag im Oktober festgelegt. Dies sollte die vielen teils ausufernden Dorfkirchweihen und den damit verbundenen Arbeitsausfall eingrenzen.

 

 

Bräuche

 

Die original fränkische "Kerwa" findet in den Monaten April bis Oktober statt. Meist dauert die Veranstaltung von Freitag mit Montag.

 

Regionale Bräuche sind mit fränkischen Kirchweihfesten fest verbunden und werden bis in die heutige Zeit gepflegt, wie z.B.

  • das Baum aufstellen der ortsansässigen Burschen am Samstag

  • den "Betzn" austanzen am Montag

  • "Fässla" ausgraben

  • "Kärwatüchla"
    Traditionell trägt jeder Kärwabursch ein weißes Hemd mit einem roten Tuch.
    Am Kirchweih-Montag um Mitternacht, wenn die Kirchweih offiziell zu Ende geht, nimmt jeder Kärwabursch das Mädchen seines Herzens und bindet unter den Augen der Dorfbewohner dem Mädchen das Tuch um, das dann als Belohnung noch einen Kuss bekommt.
     
  • Kirchweihgebäck
    Hefegebäck mit Zucker, das schwimmend in Butterschmals ausgebacken wird (Auszogne, Küchla usw.)

 

 

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